FERIENDORF AICHAU

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Schilderwald

KarlSchildKampf dem Schilderwald
Weil es mir kürzlich wieder einmal passiert ist. Ich nähere mich aus Aichau kommend der Kreuzung am Scheibenspitz, von links kommt ein PKW aus Richtung Leiben. Wir bleiben beide stehen, ich, weil ich die Tafel "Querverkehr hat Vorrang" beachte, der andere wegen der Rechtsregel. Ich deute auf die Tafel, er fährt weiter.
Früher, das ist aber schon viele Jahre her, stand dort kein Schild. Es gab keine Unfälle und daher auch offenbar keinen Grund, eine Regelung zwischen den beiden gleichrangigen Landesstraßen durch Verkehrsschilder vorzunehmen. Es stand auch kein derartiges Schild bei vielen Einmündungen von Feldwegen auf Straßen, von Nebengassen auf diese, weil jeder Benutzer wusste, wie er sich zu verhalten hat. Gingen ja alle in die Fahrschule und nicht in die Baumschule.
Was die zusätzliche Beschilderung auslöste, die eigentlich eine Bevormundung und Fürblödhaltung der Bevölkerung darstellt, weiß ich nicht. Die Vermutung liegt aber sehr nahe, dass es Juristen waren. Von einem Waldviertler Juristen kenne ich den Spruch: "Ein Jurist ist ein Mensch, dessen messerscharfer Verstand von keinerlei Sachkenntnis getrübt ist." Dem kann ich nur zustimmen und ergänzen, er ist auch von keinem Hausverstand befallen.
Ein Grund für die Schilderwut könnte hierin liegen: Vor Jahren übersetzte ein Autolenker mit der Rollfähre von Rossatz kommend die Donau nach Spitz an derselben. Dann fuhr er auf der B3 weiter, welche Richtung ist eher unerheblich. Er geriet in die "Radarfalle" und erhielt einen Strafbescheid, gegen den er berufen hat. Begründung seines Rechtverdrehers: "Ich wusste nicht, dass ich mich in einem Ortsgebiet befand". Der Berufung wurde stattgegeben und seit kurz danach steht an der Zufahrt zur Rollfähre Spitz eine Ortstafel, die Ortsende und Ortsanfang auch für geistig minderbemittelte Verkehrsteilnehmer anzeigt. Dem Richter der Berufungsentscheidung wünsche ich baldige Genesung und eine Infektion namens Hausverstand. Ich hätte den Berufungswerber zur Nachschulung geschickt, aber Blödheit ist noch nicht strafbar.

Jetzt aber zurück nach Aichau und Umgebung. Nieder mit den unnützen Tafeln. Wer braucht sie? Irgendwann werden sie verrotten und dann müssen sie erneuert werden, das kostet unnötig Geld.
Wer macht mit? Machen wir einen Schildersturm und laden dazu den ORF ein, oder stellen wir einen Antrag bei der BH Melk als zuständiger Verkehrsbehörde mit Verhandlung? Letztere könnte auch außerhalb des Faschings sehr amüsant werden.