FERIENDORF AICHAU

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Fruchtbarkeitsbrauch

Fronleichnam
Fron bedeutet Dienst, mehr oder überwiegend unfreiwillig an einem Leichnam. Was ein Leichnam ist, brauche ich hier nicht näher zu erklären. Es sei hier nur soviel gesagt, dass damit ein toter menschlicher Körper gemeint ist und kein als Opfer geschlachtetes Lamm, das seinen Tod auch noch freiwillig hingenommen hat.
Seit geraumer Zeit hat sich ein Kult entwickelt, der uns heute etwas eigenartig anmutet. Festlich gekleidete Menschen folgen einem Gestell, wo darunter ein noch festlicher gekleideter Mann eine meist aus Gold, dem edelsten auf diesem Planeten vorkommenden Material gefertigtes Herzeigeobjekt, sprich Monstranz mit einer Mehlscheibe darin trägt. Vor diesem tragbaren Dachgestell marschieren je nach örtlicher Verfügbarkeit Bekämpfer des Feuers und organisierte Ruhestörer, manchmal auch Musikanten genannt. Meist schon am Vortag wurde der geplante Weg mit diversem Grünzeug, in unseren Breiten meist mit Birkenästen abgesteckt. Der Weg ist nicht allzu lange, es sollen ja auch ältere und schon etwas gebrechlichere Demonstranzen mitgehen können. Fronleichnam
Obwohl es sich dabei um ein Ritual der Fruchtbarkeit zur Herbeiführung einer reichen Ernte handelt, die nur durch ausreichenden Regen eintritt, kann dieses Begängnis auch hausintern stattfinden. Aber nur, wenn der Regensegen schon verfrüht gekommen ist und die Festkleidung stört.
Zu den Ursprüngen dieses Brauchtums gibt es viele Quellen. Die wahrscheinlich zutreffendste dürfte sein, dass es sich um eine geringfügig umgeformte Zeremonie handelt, die schon lange vor der angeblichen Christianiserung des seit damals sogenannten Abendlandes durchgeführt wurde.
In der seinerzeit noch unbekannten Neuen Welt wurden zum Zweck der Besänftigung der Götter scharenweise Kinder geschlachtet, damit ihr Blut als Regen herabkomme. Dieses Ritual hat sich wegen Erfolglosigkeit nicht durchgesetzt, sondern führte zur Selbstzerstörung der Mayas, noch bevor Christus eingreifen und den Rest erledigen konnte.
Seien wir also froh, dass das öffentlich zelebrierte Schlachten von Schafen und Ziegen, oder gar Menschen heute nicht mehr gepflegt wird, sondern nur noch die Bekämpfung der sonst alles überwuchernden Birken.