FERIENDORF AICHAU

Komm zu uns

Ordnung ins Chaos!

Schon der Schuster Knieriem macht sich in der Posse Lumpazivagabundus von Johann Nestroy seine tiefschürfenden Gedanken über die Zukunft:

ChaosIch hab die Sach schon lang heraus. Das Astralfeuer des Sonnenzirkels ist in der goldenen Zahl des Urions von dem Sternbild des Planetensystems in das Universum der Parallaxe mittelst des Fixstern-Quadranten in die Ellipse der Ekliptik gerathen; folglich muß durch die Diagonale der Approximation der perpendikulären Cirkeln der nächste Komet die Welt zusammenstoßen. Diese Berechnung ist so klar wie Schuhwix. Freilich hat nicht Jeder die Wissenschaft so im klein Finger als wie ich; aber auch der minder Gebildete kann alle Tag Sachen genug bemerken, welche deutlich beweisen, daß die Welt nicht lang mehr steht. Kurzum, oben und unten sieht man, es geht rein aufn Untergang los.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;....
Aber lass’n ma das, wie’s oben steht,
Auch unt’ sieht man, dass ’s auf ’n Ruin losgeht.
Da wird einem halt angst und bang,
Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang, lang, lang, lang, lang, lang.

Über 180 Jahre danach klingt es zwar etwas angeblich wissenschaftlicher, der (Un)Sinn ist aber unverändert. Die Meldungen prasseln wie das damalige Astralfeuer aus Radio, Fernsehen und Internet auf die Welt hernieder, die Berechnungen sind unverändert klar wie Schuhwix. Auch, oder überwiegend minder Gebildete bemerken alle Tage Dinge, dass die Welt nicht mehr lange stehen wird.
Die Astrologen sehen noch immer Tiergestalten und andere Gebilde am Himmel herumgeistern, unser Wandergesell Mond und ferne Planeten ziehen unser Schicksal und Leben in ihren Bann. Das wirft sie aber nicht aus ihrer Bahn. Es ist ihnen schlicht egal, was auf ihrer Kollegin Erde sich gerade so abspielt. Selbst das letzte Blatt des Mayakalenders verflog im interstellaren Perpendikel.
War es damals die Furcht vor Kometen, so ist es heute der Klimawandel. Als Nachgeborene können wir die einstige Furcht nicht mehr nachempfinden und den satirischen Scherz nur mehr teilweise verstehen.
Damals war Satire gegen angebliche Wissenschaft noch möglich, obwohl die Metternich'sche Zensur streng wachte. Heute haben wir keine derartige Zensur mehr, an ihre Stelle traten fundamentalistische Glaubensgruppierungen und die Allmacht der Medien. Klimaschutzpreise, internationale Konferenzen, Weltklimatage, unerfüllte Abkommen ohne Sanktionen, das berühmte Schlechte Gewissen, der ökologische Fußabdruck der minder Gebildeten, deren Anzahl ständig wächst und an hrer Spitze Volksvertreter und Journalisten aller Herren Länder machen Zweifel am anthropogen verursachten Klimawandel zum Hochverrat an der Wissenschaft. Früher verbreitete Hexenverbrennungen sind aus der Mode gekommen, an deren Stelle sind Enthauptungen mit Veröffentlichung im Internet getreten.

Wie formulierte Albert Einstein einst so treffend?
Es gibt zwei Dinge, die sind unendlich. Das Universum und die Dummheit der Menschen.
Bei ersterem bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Kommentare   

Robert
0 # Robert 2014-09-29 11:00
Dazusitzen und zuzuschauen ist auch keine Lösung!
Ozonloch -> Verbot von FCKW -> wird kleiner. Waldsterben -> weniger Braunkohlenbergwerke seit Ostöffnung -> weniger saurer Regen -> weiteres Fortschreiten gestoppt.
Ohne Wissenschaft würden wir heute noch an vielen Krankheiten sterben!
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
K. Walchshofer
0 # K. Walchshofer 2014-09-29 14:24
Das mit dem Zusammenhang zwischen Ozonloch, das ja kein wirkliches war und dem Verbot von FCKW ist wissenschaftlich gar nicht erwiesen. Es gibt vielleicht nur zeitlich zusammentreffende Erscheinungen, die aber deshalb noch lange nicht zusammenhängend sein müssen. nur das lineare Denken vieler Halbwissender sieht darin einen Beweis.
Der saure Regen und das Waldtserben hatten sicher einen gewissen Zusammenhang, daran waren aber nicht nur die Braunkohlekraftwerke im sogenannten Osten schuld. Unser Wetter in Europa verläuft überwiegend in die andere Richtung, es hat aber sicher geholfen, dass dort die ärgsten Dreckschleudern abgestellt wurden. Es haben aber sicher auch die Kat-Pflicht bei den Autos im Westen, der Einbau vieler Filter in den westlichen Hochöfen einen wesentlichen Anteil an der Verbesserung der Luftqualität, wenn nicht den überwiegenden. Es war notwendig, das ist auch für mich unbestritten.
Wenn aber beim sogenannten "Klimaschutz" die größten Emittenten USA und China nicht dabei sind und der Zwerg Österreich wegen Nichterreichung sogenannter CO2-Ziele Strafe zahlt, dann frage ich mich, warum gerade bei uns die Medien mit solcher Vehemenz und Präpotenz die Trommel rühren. Kanada war auch schlau genug, sich nicht diesem unausgegorenen Wirbel anzuschließen und zu unterwerfen. Aber Ö war ja schon immer eine Hochburg der Selbstgeißler.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
Robert
0 # Robert 2014-09-29 15:17
Dass es einen Zusammenhang gibt zwischen FCKW und dem Ozonloch ist belegt siehe de.wikipedia.org/wiki/Ozonloch
Es gab sogar einen Nobelpreis dafür.
Du kannst natürlich immer alles in Frage stellen, wir sind ja nicht in einer Diktatur, aber das ist dann eher Polemik. Wenn die USA und China nicht mitmachen, so ist das kein Grund, nichts dagegen zu unternehmen, eher, diese Nationen davon überzeugen zu müssen. Die Amerikaner merken es doch am eigenen Leib, dass da gewisse Zusammenhänge existieren. Es ist eine Frage der Zeit, bis sie es kapieren, aber kein Grund für andere, die Hoffnung aufzugeben. Die amerikanische und chinesische Wirtschaft hat halt großen Einfluss und diese Barriere muss durchbrochen werden. Und Karl, sei mit den Begriffen halbwissend, halbgebildet etwas sparsamer. Du weißt nie auf welcher Seite du dich selbst befindest. Man kann nicht alles 100% wissen, dass ist in unserer Zeit nicht mehr möglich. Wichtiger ist es, kritisch zu sein und sich so gut wie möglich zu informieren, also teilhaben, nicht warten, bis es zu spät ist.
Nach dem Motto: Es nutzt jo eh nix.
Das mit der nicht ausschließlichen Ursache der Braunkohlebergwerke stimmt schon, aber letztlich wurde gegen das Problem etwas unternommen, das ist das Entscheidende.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren