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Ein Dramulett mit ungewissem Ausgang
Aus dem Drama wegen eines Termines zwecks persönlicher Vorsprache beim Betriebsbereichsleiter De Martin in Kleinpöchlarn

1. Akt, 1. Aufzug, 1. Szene:
Anruf bei der Dienststelle der EVN in Kleinpöchlarn. Nach Durchhören aller automatisierten Anweisungen, die ohnedies nicht zutreffen, meldet sich endlich die Vermittlung: Nach und während einigen unverständlichen Wortfetzen mit Guten Tag, EVN und was kann ich für sie tun erklingt: "Sie sprechen mit Frau Springer". Ich bin völlig perplex, weil ich nach unzähligen Anrufen bei anderen Vermittlungen auf Anhieb den Namen des Gegenüber verstehe.
Die Frage nach dem wo ich gelandet bin ist rasch geklärt, in der Zentrale in Ma. Enzersdorf. "Die Außenstellen sind nicht direkt erreichbar". Die Frage nach dem Sinn des Eintrages im Telefonbuch und auf der Webseite der EVN erspare ich mir lieber und erkläre der Dame mein Anliegen. Als ich ihr erzähle, dass ich Herrn De Martin aus einem persönlichen Gespräch von vor über 10 Jahren kenne, lacht sie herzlich und meint dann nach einem Blick auf seinen elektronisch verfügbaren Terminkalender, dass sie diesen nicht haben möchte, so voll ist der. Nach einem weiteren kurzen smalltalk rät sie mir, eine email zu schreiben, das sei vielleicht zweckmäßiger und will mir die Adresse geben. Danke, die finde ich ja im Internet sage ich und wir verabschieden uns.
2.Akt
Gleiches Bühnenbild, Karl am Laptop und schreibt.
"Sehr geehrter Herr Dipl. Ing. De Martin!
Wir haben uns vor über 10 Jahren wegen des Breitbandanschlusses von Aichau an damals wavenet unterhalten. Das ist inzwischen zur vollsten Zufriedenheit aller Dorfbewohner jahrelanger Bestand. Nun habe ich vor wenigen Wochen in der NÖN und auch im Amtsblatt der BH Melk gelesen, dass das Land wieder einmal eigene Wege beim Breitbandausbau gehen will. Breitband im heutigen Sinn eben und nicht nur etwas schneller als ISDN und beginnendes ADSL wie damals.
Ich war schon auf der Betriebsstelle in Klein Pöchlarn, sie aber (leider für mich) in Urlaub. Breitband ist Chefsache, hieß es. Inzwischen sind sie telefonisch leider unerreichbar. Da kann man eher den Papst oder Putin sprechen.
Mein Wunsch wäre ein Gesprächstermin bei ihnen, damit ich ihnen meine Vorstellungen darlegen, oder aber begraben kann.
Ich bin als Unruheständler fast jederzeit erreichbar, am liebsten wäre mir ein Termin am Tagesende, damit nachher niemand warten muss.
Mit freundlichen Grüßen
Karl Walchshofer, Aichau 11
Tel 0676 4306875" 
Kurz daruf die Antwort wie im Film:
"Sehr geehrter Herr Walchshofer!
Vielen Dank für Ihre E-Mail. Gerne teilen wir Ihnen mit, dass wir Ihre Anfrage an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet haben.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Krammer
Customer Relations – Kundenservice, EVN Konzern
EVN Business Service GmbH
EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf
Kostenlose Servicehotline 0800 800 100
T + 43 2236 200 0
F + 43 2236 200 2040
info@evn.at
www.evn.at
Angaben nach § 14 UGB EVN Business Service GmbH, Sitz der Gesellschaft: Maria Enzersdorf, Registriert: Landesgericht Wr. Neustadt, FN 62081 x, Rechtsform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung, DVR 0793515, UID Nr. ATU19243405
Energie vernünftig nutzen: Bevor Sie dieses E-Mail drucken, denken Sie bitte an die Umwelt."

Ich bin von der sogenannten vcard, also der elektronischen Visitenkarte derart überwältigt, dass ich wirklich im Sinne der Umwelt auf den Ausdruck auf Papier unterlasse, obwohl ich als Waldbesitzer andererseits am Zellstoffmarkt auch Interessen habe. Als Ausgleich habe ich die vielen Leerzeilen ausgelassen.

Meine E-Mail wurde also an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet. Mir schwant schon Schlimmes, ich werde nicht enttäuscht. Die Fachabteilung schweigt von Mittwoch bis zum nächsten Montag. Ich denke gelegentlich an meinen Nachbarn Robert, der auch auf Antworten aus Aichau wartet. Dann greife ich wieder in die Tasten und beginne den

3. Akt
Montag, kurz vor Mitternacht:
Karl fragt nach, ob, wann und wie es mit einer Antwort wäre:
"In Erwartung ihrer geschätzten Antwort verbleibt weiterhin
mit freundlichen Grüßen
ihr Kunde
Karl Walchshofer"
und bekommt folgende Antwort:

EVNimmer"Vielen Dank für Ihr E-Mail. Sie erreichen uns außerhalb unserer Geschäftszeiten. Diese sind Werktags Montag bis Freitag von 7:00 bis 19:00 Uhr.
Wir sind bemüht Ihre Anfrage schnellst möglich zu bearbeiten und ersuchen Sie höflichst um etwas Geduld.
Möchten Sie eine Strom- oder Gasstörung melden, so ersuchen wir Sie höflichst, sich telefonisch mit dem Störungsdienst in Ihrem EVN Kundenzentrum in Verbindung zu setzen. Diesen finden Sie unter: https://www.evn.at/Standorte.aspx
Den österreichweiten Gasnotruf erreichen Sie unter 128. WICHTIG bei Gasgeruch: Verlassen Sie das Gebäude und telefonieren Sie außerhalb des Gefahrenbereichs!
Mit freundlichen Grüßen
Customer Relations – Kundenservice, EVN Konzern
Energie vernünftig nutzen: Bevor Sie dieses E-Mail drucken, denken Sie bitte an die Umwelt."

Die überflüssigen Leerzeilen wurden wieder ausgeblendet und ich fühle mich höflichst geehrt, mit brennbaren, gar explosiven Gasen habe ich derzeit kein Problem und drucke im Sinne der Umwelt nichts aus.

Obwohl, schön langsam dämmert mir, ich sollte wie damals unter Metternich doch einen papierenen Handakt anlegen. Nur so.
Es ist schon nach Mittenacht, der Dienstag angebrochen und ich gehe zu Bett.

4.Akt
kabelplus-logoDienstag vormittag, kurz vor 10 Uhr. Mein Handy meldet einen Anruf, es spricht ein Herr Neuhold von Kabelplus. Wir hatten schon ein paarmal das Vergnügen. Meine E-Mail wurde an ihn weitergeleitet. Kabelplus GmbH ist eine 100%-ige Tochter der EVN AG und daher für mein Vorhaben zuständig. Herr Neuhold hört sich meine Vorstellungen geduldig an und am Ende des Gespräches wissen wir beide ein bisschen mehr. Er erkennt, dass ich mich bei den örtlichen Gegebenheiten besser auskenne als er und ich erfahre, dass die Sender von Kabelplus üblicherweise über Glasfaser angebunden sind. Am Sender in Dölla sind wir die einzigen Kunden, es werden in naher Zukunft nicht mehr werden, weil das telefonische Festnetz in diesem Bereich schon 8 MBit/s bietet und das ist eben günstiger als ein vergleichbarer Anschluss per Funk. Es geht nur um die technische Abänderung unseres Anschlusses mit Glasfaserverteilungsnetz eben direkt über Glasfaser vom Backbone ohne Umsetzung über einen Funksender. Mit dieser von mir vorgeschlagenen Lösung könnten auch die Trafostationen Payerstetten und Aichau in das Steuerungsnetz der EVN eingebunden werden.
Herr Neuhold wird sich mit Herrn De Martin in Verbindung setzen und wir verabschieden uns.
Ein kleiner Silberstreif am Horizont.
Lieber wäre mir, es würde sich Herr De Martin direkt mit mir in Verbindung setzen und sich nicht wieder ein Karussell zu drehen beginnen.

Am 21.10.2014 11:29, schrieb EVN-Info:
"Sehr geehrter Herr Walchshofer!
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Gerne haben wir diese nochmals an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet.
Mit freundlichen Grüßen
Karin Winter
Customer Relations – Kundenservice, EVN Konzern"Reigentanz
Ich antworte darauf:
"Vielen Dank für ihre Bemühungen.
Herr Neuhold von Kabelplus hat sich heute schon vor ihrer jetzigen Antwort bei mir telefonisch gemeldet.
Mit freundlichen Grüßen
Karl Walchshofer"

Wir sind jetzt wieder nur 3 im Reigentanz.

Kommentare   

Robert Jiranek
0 # Robert Jiranek 2014-10-21 21:11
Ob sich das an einem einzigen Theaterabend ausgehen wird? Karl Kraus hatte schon mit seinem Stück "Die letzten Tage der Menscheit" 10 Abende für dessen Aufführung geplant. Wird ungefähr hinkommen mit deinem Stück.
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K. Walchshofer
0 # K. Walchshofer 2014-10-22 01:20
Karl Kraus mit seiner Satire und Sarkasmus ist ja mein großes Vorbild. Ich bin gegen ihn ja nur ein kleines Licht oder Wicht.
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