FERIENDORF AICHAU

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Lahmer Ackergaul

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Bevor der geschätzte Leser sich diese lange Geschichte zu Gemüte führt, sollte er schon den ersten Teil dieser Tragikomödie, nämlich wie aus einem Haflinger ein Rennpferd wurde gelesen haben. Der Schauplatz und die handelnden Personen sind gleich, nur 2 Jahre älter geworden.
Korrespondenz mit Kabelplus:
Es begab sich Donnerstag, 16.7.2015 als plötzlich unser blitzschnelles Rennpferd zu lahmen begann und das Internet in Aichau zum Stillstand kam. Urplötzlich, aus im wahrsten Sinne des Wortes heiterem Himmel. Ich war einmal gar nicht zuhause, sondern erfuhr es erst kurz nach Mittag zufällig von Peter.

Ich sage noch, das gibts ja nicht, aber leider stimmte es. Also probierte ich alle mir zur Verfügung stehenden Mittel, eben Abstecken und Anstecken der einzelnen Komponenten, bevor ich den Support von Kabelplus anrufe. Das dauert ja immer ewig und dann fragt er mich, meistens meldet sich dann immer ein junger Mann, ob wir einen Router haben und ob der funktioniere und anderen technischen Krimskrams. Das half aber nichts, also doch den Support angerufen und das Problem besprochen. Dort heißt es, der Sender in Dölla ist online und unsere Bridge, also die Empfangs- und Sendeanlage auf meinem Rauchfang ebenfalls. Dahinter sähe er aber keine Geräte und fragt, ob wir einen Router hätten. Natürlich haben wir einen, ich sollte diesen resetten. Ich verlasse mich nicht auf die Elektronen - ich könnte den auch über das interne Netz resetten - sondern fahre zur Betriebszentrale und ziehe dort den Stromstecker, warte ein Weilchen, bis sich die Elektronen abgekühlt haben und stecke wieder an. Zuhause hat sich nichts geändert, wäre ja auch zu schön und ein Wunder gewesen.Also noch einmal den Support angerufen, nach kurzem Hin und Her meint er, er werde den Technischen Support verständigen und es würde jemand vor Ort kommen. Auf meine Frage, wie lange das ungefähr dauern würde meint er, sie sind ja Businesskunde, also relativ schnell.
Am Abend kommt dann Peter zu mir und wir verbringen zwei Stunden vergeblich damit, irgendetwas zu ändern, zumindest die mögliche Fehlerquelle einzugrenzen. Das dorfinterne Netz funktioniert einwandfrei, alle Geräte, Heizungssteuerungen, Router, Wetterstation etc. sind erreichbar. Waren sie ja bisher auch immer, also kann es nur an der Bridge und der zugehörigen Stromversorgung und Verkabelung liegen. Das wusste ich aber auch schon vorher.
Freitag kurz vor 1/2 9 ruft mich ein Herr Spindelberger von WS-Technik in Kleinpöchlarn an und sagte, er hätte da ein Ticket (Arbeitsauftrag) von Kableplus, sei gerade bei einem anderen Kunden und wäre in einer Stunde bei mir. Um halb 11 war er dann da, ich erkläre ihm kurz unsere Verhältnisse und Vermutungen. Zuerst den Stromversorgungsteil getauscht, kein Erfolg. Es liegt vielleicht am Kabel zur Bridge. Er holt die Leiter von den Nachbarn, steigt aufs Dach und wir stecken an beiden Enden ein Testgerät an, alles ok. Es ist inzwischen brütend heiß. Herunten schließt er ein Netzwerkkabel an die Stromversorgungsbox an, dabei "heckt" es ihn. Strom sei da, wo keiner sein soll. Kurze Ratlosigkeit. Masseschluss könne die vorherige Durchgangsmessung nämlich nicht entdecken. Also wieder rauf aufs Dach und gleich eine neue Bridge montiert, dazu muss das Kabel aber abgeschnitten werden, weil das neuere Modell nicht so baugleich sei. Kabel frisch angekrimpt, Erfolg Null.
Dann ist es schon 11:45, ich muss noch einkaufen nach Leiben. Kurz nach 12 bin ich wieder da und Herr Spindelberger berichtet mir, dass er inwischen die neue Bridge "geschossen", also einen Kurzschluss produziert habe. Seine Kollegin komme gleich mit einer neuen daher. Um alle Eventualitäten auszuschließen verlegen wir auch gleich ein neues Kabel von der Bridge über den Lüftungsschlauch zur Strombox. Alles scheint zu funktionieren, jetzt geht es ans Eingemachte, nämlich das Einrichten, das Konfigurieren dieses Teils.
Damit nehmen die nächsten Probleme ihren Anlauf. Zuerst stimmt der 12-stellige Code nicht, den Kabelplus per email am Vortag an WS-Technik übermittelt hat, zumindest nimmt das System ihn nicht an, obwohl er bis 5.8. gültig ist. Vielleicht hat er sich aber auch nur vertippt, oder die Tastatur meines alten Laptops hat ihn gefoppt. Telefonisch neuen Code angefordert, das dauert natürlich, weil er bei der gleichen Supportnummer in die Warteschleife kommt wie ich! Die Außenmitarbeiter haben auch keinen besseren Zugang, einfach unvorstellbar! Dann kommt der Code nach einiger Zeit, in den Editor getippt, damit es ja keinen Fehler gibt, von dort per StrgC+V in das entsprechende Eingabefeld übertragen und die Entertaste gedrückt. Nach ein paar bangen Sekunden erscheint die positive Anmeldung. Juchuh!
Doch leider zu früh gefreut. Das System hakt trotzdem, es will einfach keine Internetverbindung herstellen. Ich muss in den Keller, weil sich zwischenzeitlich auch der Pelletslieferant angesagt hat und ich noch Einiges herzurichten habe. Währenddessen ruft auch noch Robert an und ich schwitze schon wie ein Eisbär auf den Malediven, die Nerven liegen blank.
Schließlich meldet sich noch Herr Spindelberger am Kellerfenster und teilt mir mit, dass die Bridge falsch konfiguriert sei und erst am Montag, wenn der Support wieder erreichbar wäre, sich oder er etwas ändern könnte. Ich ergebe mich in mein Schicksal.
Ein ganzes Wochenende ohne Internet, eine Ausnahmesituation. Telefonische und persönliche Anfragen vertröste ich auf Montag.

Montag 20.7.: Kurz vor halb 9 rufe ich beim Businesssupport an und höre mir 5 Minuten die Warteschleifenansage an. Alle Mitarbeiter sind mit Gesprächen mit Kunden beschäftigt und die nächste freie Leitung wäre für mich reserviert. Ich verzichte auf noch längeres Warten und probiere es kurz vor 9 wieder. Diesmal meldet sich eine Dame und ich erkundige mich nach unserer Verbindung. Auskunft: Der Sender ist aktiv und unsere Bridge erreichbar. Das hatten wir aber auch schon vorher. Dann kontaktiere ich Herrn Spindelberger. Er hat auch schon angerufen und wartet auf einen Rückruf. Stunden vergehen und nichts rührt sich. Kurz vor Mittag erscheint Nachbar Robert und erkundigt sich nach dem Stand der Dinge. Ich erzähle ihm die bisherige Leidensgeschichte und er nimmt die Dinge in die Hand. Vom Support erfährt er nach der üblichen Warteschleife dann doch die neuen und diesmal richtigen Konfigurationsdaten, gibt sie bei mir im Laptop ein und kurz vor 13 Uhr funktioniert das Internet wieder. Hallelujah!
Doch damit ist noch lange nicht Ende der Geschichte. Herr Spindelberger von WS-Technic hat sich bisher und auch weiterhin nicht gemeldet, er hätte vermutlich auch keine besseren Neuigkeiten gehabt.
Gegen halb 6 Uhr abends meldet sich ein Herr Holub von wavenet und erkundigt sich nach unserer Internetverbindung. Ich beruhige ihn und sage, dass er das Ticket löschen könne, weil unser dorfinterner IT-Guru die Angelegenheit inzwischen bereinigt habe. Von Wavenet/Kabelplus wäre nichts gekommen.
Das Ganze lasse ich nicht so auf uns sitzen: Der Service von Kabelplus für Businesskunden geht einfach ohne Notdienst Freitag Mittag ins Wochenende, am nächsten Arbeitstag erkundigt sich erst um halb 6 Uhr abends jemand, wann auch der lokale Betreuer schon Dienstschluss macht! Das darf doch nicht wahr sein! Es hätte also durchaus einen Tag länger dauern können.
Inzwischen ist auch die Rechnung für die neue Anlage samt der überwiegend nutzlos verbrauchten Arbeitszeit eingetroffen. Sie bewegt sich im Bereich von 3 Monaten Verbindungsbeitrag. Ich wollte anfangs nur eine Entschädigung in dieser Größenordnung fordern, aber nach genauerem Nachdenken erscheinen mir 6 Monate wegen des mangelhaften Sevices als durchaus angemessen.
Und bei noch weiterem Nachdenken bin ich zur Auffassung gelangt, dass eigentlich gar nichts kaputt war, sondern nur Kabelplus die Konfiguration geändert hat, ohne irgendjemand zu informieren. Der ganze Ärger wäre uns allen dadurch erspart geblieben.
Das sollte ungefragt noch weitere 3 Monate kosten. Es wird nur schwierig bis unmöglich sein, ihnen das nachzuweisen.

Inzwischen hat sich meine frühere These erhärtet. Wir haben die frühere Anlage vom Partnerbetrieb WS-Technic zurückgeholt, sie gehört ja uns, weil wir sie ja damals und die neue inzwischen auch bezahlt haben.
Robert hat sie in Betrieb genommen und siehe da, sie funktioniert einwandfrei! Sie kann empfangen und senden, genau das alles, was sie zuvor auch getan hat. Der Fehler lag also nicht an der technischen Ausstattung, auch nicht an Fehlern in unserem Dorfnetz, sondern eindeutig bei Kabelplus.
Nachsatz von Robert: Vor zwei Jahren, bei der Inbetriebnahme der neuen 5 GHz Verbindung durch Kabelplus wurde eine für Businessanschlüsse völlig ungewöhnliche Konfiguration seitens Kabelplus eingestellt. Trotz der vertraglich vereinbarten fixen IP-Adresse wurde auf der LAN-Seite der Bridge eine private, also nicht öffentliche IP-Adresse seitens Kabelplus eingestellt. Eine für Businessanschlüsse völlig unnatürliche und mit Nachteilen für den Kunden verbundene Vorgangsweise. Auf die damalige Beschwerde von Robert sowohl bei Kabelplus als auch bei deren Partner WS-Technic wurde ihm mitgeteilt, dass das völlig normal sei und man daran nichts ändern könne. Umso überraschter war dann Robert, als er nun seitens Kabelplus beim jetzigen Vorfall als richtige Einstellung der Bridge eine Konfiguration erhielt, die plötzlich eine öffentliche Adresse an der LAN Seite der Bridge hatte. Was vor 2 Jahren noch heftig bestritten wurde, war dann jetzt völlig normal – eigenwillig wie man mit seinen Kunden umgeht!

Zusammenfassend möchte ich daher festhalten:
1.) Es lag kein Schaden an unserem Equipment vor, die Verbindung ist aus anderen Gründen, die nicht im Kundenbereich lagen, abgerissen.
2.) Der Support bei Kabelplus und der Vertragspartner waren nicht imstande, trotz ausreichender Zeit und inklusive Austausch des gesamten Equipments eine Verbindung innerhalb von 3 Stunden (Freitag 17.7. von 10:30 bis 13:30) herzustellen.
3.) Am Montag 20.7. erkundigte sich erst um 17:30 ein Mitarbeiter von Kabelplus bei mir, um nach dem Stand der Störung (Ticket) zu fragen.

Als Wiedergutmachung des uns entstandenen Schadens fordere ich daher die Aussetzung des Verbindungsentgeltes für 6 Monate. 3 Monate für die unverschuldete Arbeitszeit und Materialkosten, und weitere 3 Monate als "Neukundenbonus".
Sehen sie diese Angelegenheit auch ein bisschen als "Lehrgeld" und Beratungshonorar. Sie dürfen aber gerne für die Beratung noch etwas drauflegen.
Bei technischen Fragen wenden sie sich bitte an robert@jiranek.com . In allen anderen Belangen an den Absender.

Mit freundlichen Grüßen
Karl Walchshofer
Obmann der Wassergenossenschaft Aichau-Abwasser