FERIENDORF AICHAU

Komm zu uns

Hitzekoller im Sommerloch

Wetterhaus

Der gegenständliche Text ist eine Abschrift eines audiovisuellen Beitrags. Aufgrund der medienspezifischen Charakteristik von Radio- und Fernsehbeiträgen kann es bei der Transkription zu formalen Abweichungen in der sprachlichen Abbildung zwischen dem Text und dem audiovisuellen Original kommen. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei der APA DeFacto Datenbank & Contentmanagement GmbH. Sämtliche Inhalte sind nach den Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes bzw. verwandter Schutzrechte geschützt und dienen ausschließlich der persönlichen Information und dem privaten Gebrauch. Insbesondere sind daher jede Form der Vervielfältigung, Veröffentlichung bzw. Zurverfügungstellung, sonstige Weitergabe oder Aufnahme in elektronische Datenbanken der Inhalte oder Teilen davon untersagt und bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung.
Ich habe um Erlaubnis und Übersendung des Textes gebeten, aber keine Antwort erhalten. Darum habe ich ihn selbst abgeschrieben, transskribiert.
Kaum habe ich das veröffentlicht, kommt eine email von der APA:

Sehr geehrter Hr. Walchshofer,

vielen Dank für Ihr Mail. Leider haben wir keine Rechte für die Verwendung von AV-Beiträgen im Internet. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich direkt an den ORF.

Liebe Grüße und einen schönen Nachmittag,

Kathrin Ulreich

ZIB2 vom 7.8.2013
Der Beitrag selbst ist noch eine Woche in der Tvthek des ORF nachzusehen.

Armin Wolf (ORF): Bei mir im Studio sitzt jetzt Ernest Rudel, der stellvertredende Direktor der ZAMG in Wien. Guten Abend. Vielen Dank fürs Kommen!
Ernest Rudel (ZAMG): Schönen guten Abend.
Wolf: Herr Doktor Rudel, wird sich denn  der Wetterbeobachter in Dellach morgen über einen neuen Hitzerekord freuen können?
Rudel: Na, ob es gerade Dellach sein wird, das kann man nicht so genau sagen. Sicher ist Dellach bekannt für sehr hohe Temperaturen, aber wie man ja gesehen hat, heute hat es in Neusiedel die höchste Temperatur gegeben. Also kann es in anderen Orten in Österreich, im Osten, auch im Süden durchaus auch auftreten.
Wolf: Wird es einen Hitzrekord geben morgen?
Rudel: Ja, ich bin nicht ganz überzeugt, dass es einen Hitzerekord geben wird. Es ist ja das auch oft ein Zufall und es spielen die kleinklimatischen Verhältnisse an dem Messpunkt eine Rolle. Möglich ist es, ich bin nicht ganz überzeugt davon.
Wolf: Weil sie die kleinklimatischen Verhältnisse ansprechen - warum ist es eigentlich immer an den gleichen Orten in Österreich ganz besonders heiß? Eben in Dellach, in Villach oder in Andau im Burgenland?
Rudel: Ja, weil eben dort diese kleinklimatischen Verhältnisse so sind, dass eben so hohe Temperaturen auftreten können. Das ist in Dellach durch die örtlichen Gegebenheiten, durch die Topografie dort gegeben. Es ist ein relativ enges Tal und ein kleines Tal. In Andau ist es natürlich wieder etwas ganz anderes, spielt auch die unmittelbare Umgebung der Station eine gewisse Rolle.
Wolf: Wie ungewöhnlich ist denn diese extreme Hitzewelle, die wir da jetzt seit Wochen erleben?
Rudel: Naja, sie ist sicherlich eine extreme Hitzewelle. Wir haben also erstmals so viele Tage über 35 Grad Maximaltemperatur, wie wir sie bis jetzt noch nicht gehabt haben. Das ist ein nauer Rekord. Wir sind zwar noch etwas entfernt vom Jahr 2003. Damals hat ja die große Hitze bereits im Mai begonnen. Das werden wir heuer nicht aufholen. Aber die Temperaturen sind höher als damals in diesem Rekordjahr und wir müssen uns darauf einstellen, dass es in den nächsten Jahren, Jahrzehnten ähnliche Fälle geben wird. Vielleicht auch noch sogar etwas heißer.
Wolf: Betrifft das nur den Sommer, weil wir hatten ja heuer überhaupt so ein extremes Wetter. Wir hatten diesen ungewöhnlich langen Winter, dann einen absurd warmen April, eigentlich ein völlig verregnetes Frühjahr, dann mit diesem zweiten Jahrhunderthochwasser innerhalb von elf Jahren und jetzt den trockensten Juli überhaupt, seit es Wetteraufzeichnungen gibt und diese lange, lange Hitzwelle. Ist das ein langfristiger Trend, dass überhaupt das Wetter das ganze Jahr über extremer wird, oder wird das nur die Sommer betreffen?
Rudel: Na ja, es ist sicherlich so, dass es ein normales Wetter, wie wir uns das so schön in der Klimatologie mit Statistiken zurechtzimmern, das gibt es nicht. Das Wetter ist immer etwas abweichend vom Normalen und es gibt natürlich Jahre, wo es, so wie heuer, in vielerlei Hinsicht sehr extrem ist. Kalte Winter, verregnetes Frühjahr, Hochwässer, extreme Hitze, Dürre, all das kann vorkommen. Aber es ist durchaus möglich, dass es in den nächsten Jahren wieder etwas weniger extrem. Aber langfristig gesehen sind solche Exztreme, wie wir sie heuer erleben durchaus im Trend.
Wolf: Und warum ist das so?
Rudel: Ja, das ist ganz einfach, dass wir, der Mensch, für das Wetter beziehungsweise nicht für das Wetter, für das Klima etwas tut, indem er sehr viele klimarelevante Gase in die Atmosphäre bläst und das natürlich dann letzten Endes die Strahlungsbilanz ändert und dadurch können wir mit anderen Wetter- und Klimaverhältnissen rechnen.
Wolf: Also ist das klar eine Folge der Klimaerwärmung?
Rudel: Das ist sicherlich eine Folge der Klimaänderung, auf die wir in den letzten Jahrhunderten zusteuern.
Wolf: Wenn ich ihnen da so zuhöre, lohnt es sich dann langsam für uns alle, dass wir uns Klimaanlagen kaufen und zuhause einbauen?
Rudel: Na ja, das hängt ganz davon ab, wo man wohnt. Aber wenn man in der Stadt und vielleicht nicht die Möglichkeit hat durchzulüften, ist es sicherlich eine gute Investition.
Wolf: Jetzt wird es ab Freitag ja wieder kühler. Ist damit für diesen Sommer die Hitzewelle vorbei? Können sie so weit das schon vorausberechnen?
Rudel: Das kann man durchaus sagen, also solche extreme Temperaturen, wie wir sie in den letzten Tagen hatten, werden wir heuer nicht mehr bekommen. Aber der Sommer ist noch nicht vorbei.
Wolf: Wie weit können sie denn halbwegs zuverlässig vorausschauen?
Rudel: Man kann natürlich statistisch gesehen auch bereits in die nächste Saison hineinblicken und auch in den Winter. Aber das sind nur statistische Aussagen und die sind speziell für Mitteleuropa etwas fragwürdig.
Wolf: Und was würden da ihre statistischen Aussagen für den Winter sagen?
Rudel: Ich habe mir das leider nicht angeschaut, weil sie so unzuverlässig sind, dass ich glaube, es nicht sehr sinnvoll wäre, das hier zu replizieren.
Wolf: Gut, vorerst sind wir einmal froh, wenn die Hitzewelle zu Ende geht. Danke für ihren Besuch im Studio!
Rudel: Bitte gerne!

Was ich mir über dieses Interview gestern und heute gedacht habe, würde wesentlich länger werden als dieser Text. Aber vielleicht hat mich auch schon der Hitzekoller gepackt. Aber der Frau Christa Kummer werde ich in Hasling ein paar Fragen stellen.
8.8.2013
Endlich hat das Rennen um die Höchsttemperatur in Österreich ein Ende und das sehnlichst erwartete Ziel von über 40°C wurde erreicht und übertroffen.
Bad Deutsch-Altenburg: 40,5°C
Güssing: 40,0°C
Hohenau: 39,9°C
Andau: 39,8°C
Leibnitz-Wagna: 39,6°C
Fürstenfeld: 39,6°C
Wien-Innenstadt: 39,5°C
Die Station Neusiedl am See hat zwar 40,6°C gemessen, aber dieser Wert muss erst überprüft werden, weil es dort innerhalb von 10 Minuten um 2,5°C heißer wurde. Das sei sehr ungewöhnlich, meinen die Meteorologen.
Wie auch immer das Match ausgehen wird, wir werden in den nächsten Sommern immer wieder diese Rekorde serviert bekommen.